Technikkurs Einführung

Ein Rückblick auf unsere Arbeit in Deutschland

 

Die notwendigen Kenntnisse zum Einstieg sollen allen Asylbewerbern zur Verfügung stehen.

Die Schriften könnten auch Anregung für Helferkreise sein, die neben Deutsch auch Technik unterrichten möchten.

 

Neben dieser einfachen Einführung können wir auch die Teile A Geometie, Technisches Zeichnen B und C anbieten.

Mit diesem erworbenen Wissen kommen abgewiesene Asylbewerber nicht mit leeren Händen zurück.

 

Wer Äpfel haben möchte, denkt darüber nach wie viele es sein sollten. Dann geht er zum Markt. Dem Händler nennt er die gewünschte Menge und dieser gibt ihm das Obst, wenn er sein Geld erhalten hat.  Das funktioniert tadellos, denn der Händler weiß natürlich was mit Äpfel gemeint ist, die gewünschte Anzahl abzählen kann er auch, denn er spricht die gleiche Sprache. 

In der Welt der Technik ist das nicht anders, gleichgültig was man bauen will, einen Marsroboter oder einen einfachen Tisch. Wichtig allein ist sich mitteilen zu können, zu zeigen wie das gewünschte Teil auszusehen hat.

 

Dazu macht man eine Zeichnung. Die Sprache der Zeichnung ist international. Auch wenn man sich nicht mit seinem Partner unterhalten kann, die Zeichnung kann er verstehen. Sind noch Fragen zu beantworten, wird er diese auch mittels einer Skizze sofort stellen. Ist alles geklärt, wird das Teil angefertigt, wie es auf dem Papier beschrieben ist. Auf die gleiche Weise kann man bauen, was ein Kunde möchte und mit seiner Zeichnung mitteilt.

 

Grundlage jeder technischen Zeichnung ist die Geometrie.

Damit wird die Darstellung von Formen ermöglicht. Will man etwas mit vier Ecken darstellen, muss man ein Viereck, will man etwas rundes soll man einen Kreis zeichnen können. Die gewünschte Größe ist ebenso anzugeben.

Kennt man die wichtigsten Ausdrücke dieser „Techniksprache“, zählt man schon zu den Fachleuten.

 

Als Zeichenwerkzeug brauchen wir einen, besser jedoch zwei Bleistifte und den Bleistiftspitzer.

Dazu ein Lineal, ein Geodreieck und einen einfachen Zirkel.

Ein Radiergummi darf nicht vergessen werden, denn Fehler werden nicht zu vermeiden sein.

Bild 1

Das Zeichenpapier sollte nach Möglichkeit weis und unzerknittert sein. Als Zeichenunterlage kann ein glattes, ebenes Brett mit etwa 40 x 30 cm dienen. Notfalls genügt eine vorhandene Tischfläche.

In allen Fällen wird das Papier an den Ecken angeheftet, damit während der Arbeit nichts verrutschen kann.

Bei unserem Beispiel fand ein Regalbrett Verwendung.

Bild 2

 Das gezeigte Papierformat ist A4. Das lässt sich leicht auf allen gängigen Kopierern vervielfältigen.

 Die Ecken des Blattes sind mittels einfachen Klebeband auf dem Brett befestigt. Es lässt sich somit leicht ablösen ohne die Zeichnung zu beschädigen.

Die in diesem Büchlein dargestellten Techniken sind ohne Unterschied auch mittels eines CAD Computerprogramm auszuführen. Wer technisches Zeichnen mit dem Bleistift gelernt hat, wird sich darin schnell zurecht finden.

Die Darstellung in der technischen Zeichnung

 

Um einen Vorgang in der Beschreibung oder eine Position darzustellen, ist dieser Hinweis mit Maßpfeilen auszustatten, so wie es schon in den Aufgaben Geometrie zu sehen war. Der Pfeil zeigt was gemeint ist oder worauf sich die Maßangabe bezieht.

An den gezeigten Teilen A und B sehen wir wie Möglichkeiten der Bemaßung.

Die Maßhilfslinie markiert den Bezugspunkt (Länge oder Breite)

Die Maßlinie zeigt die betreffende Maßzahl und der Pfeil das Ende der Linie an der richtigen Hilfslinie.

 

Aus der Bemaßung von Teil C entnehmen wir die Länge L und die Breite B. Die Maße x1 und x2 vermitteln die Lochpositionen. Sind die Löcher in einer Linie genügt es einmal zu bemaßen. Der Maßpfeil an der Bohrung zeigt deren Radius (r).

Teil D mit Bemaßung einer Achslinie. Das Durchmessersymbol mit Maßzahl zeigt, die Abmessung der Bohrung.

Bei Darstellungen wie Teil D kann auf die unterbrochene Linie verzichtet werden, die Angabe des Durchmessers genügt bei einer einfachen Durchgangsbohrung.

Wird damit eine Gewindebohrung gezeigt muss die Gewindeart neben dem Durchmesser angegeben sein.

Alle diese Angaben sind so zu gestalten, dass aus den drei Ansichten sämtliche Abmessungen und Ausführungsvorgaben zu entnehmen sind.

Die kleine Mathematik der Konstruktion

 

Um selbst etwas zu konstruieren zu können kommt man nicht daran vorbei die wichtigsten mathematischen Zusammenhänge zu kennen.

Unsere kleinen Geometrieaufgaben haben immer den Kreis als Grundlage. Aus dem Kreis mit seinen 360° lassen sich alle Winkel darstellen.

Die erste Graphik in Aufgabe 6 zeigt das Mittellinienkreuz den Kreis schneiden. und 360° sind Anfang und Ende ganz oben. Rechts und links schneidet das Kreuz mit seiner Waagrechten den Kreis und es entstehen 4 gleiche Teile. Jedes Teil ist ein Segment des Kreises.

Der rechte Schnittpunkt markiert dann das Rechte¼ des Kreises und hat daher seinen Namen. 360° geteilt durch 4 = 90°, das ist der rechte Winkel. Stellt man ihn auf eine Waagrechte Fläche hat man die Senkrechte dazu.

 

Gegenüber dem Punkt markiert die Senkrechte des Kreuzes am unteren Ende 180° Gegenüber des rechten Winkels entsteht dann 270°.  ( 90° + 180° = 270°, oder 360° - 90° = 270°)

 

Teilt man die 90° des rechten Winkels durch 2 entstehen 45° Das ist beispielsweise die Diagonale im Quadrat.

Teilt man ihn durch 3 entstehen jeweils 30°

Alle Winkel die wir auf unseren Zeichnungen verwenden können aus dem Kreis leicht abgeleitet werden.

Das Verhältnis seines Umfangs zum Durchmesser beträgt rund 3,1416 und wird mit π (Pi) bezeichnet.

Die Formel lautet U = d x π

( Umfang = Durchmesser x 3,1416)

 

 

Der rechte Winkel kann auch mittels einer Formel ermittelt werden.

Dazu sehen wir uns die Mathematik der alten Griechen an:

 

Der Lehrsatz des Pythagoras

Das Verhältnis des rechtwinkeligen Dreiecks =

Die Seite A im Quadrat plus die Seite B im Quadrat ergibt die Seite C im Quadrat.

Der Punkt im Viertelkreis symbolisiert den rechten Winkel

 

Bei dem gezeigten Beispiel ist das einfach:

A² = 3 x 3 = 9,    B² = 4 x 4 = 16    C² = 9 + 16 = 25.

Die Seite C ist demnach 5 (5 x 5 = 25)

Das Seitenverhältnis ist also 3 zu 4 zu 5. Damit kann man immer einen rechten Winkel errechnen.

(die hochgestellte 2 an den Buchstaben bedeutet <im Quadrat>)

 

Auch die folgende Formel ist danach aufgebaut:

 1² + 1² = 2²,   Die Quadratwurzel aus 2 = 1,4142

Das ist die Diagonale des Quadrats

 

Diese Methode hat den Vorteil,  man hat den 45° Winkel zusätzlich. Zudem kann man damit durch multiplizieren auch größere Flächen einmessen, etwa ein Haus.

 

 

 

Die Theorie hatte ein Ende

Als Abschlussarbeit unseres Kurses haben wir uns einen Solarkocher aus alten Europaletten gebaut

Mit einfachster Heimwerkerausrüstung hatten wir uns an die Ausführung der im Unterricht für technisches Zeichnen gefertigten Plänen herangewagt.

Alles war berechnet und dokumentiert.

Die Basis war nun zu erkennen. Nun konnte man die riesigen Ausmaße schon erahnen.

Der Parabolspiegel wurde nun an die Trageachsen angebaut. Trotz der alten Hölzer war ein hohes Maß an Präzision erreicht.

Der Belastungstest mit 10 Liter Wasser verlief ohne Probleme.

Die Spiegelfläche wurde mit AL-Folie beklebt. Das versprach zwar nicht den höchsten Wirkungsgrad, doch alles funktionierte tadellos. Der Kocher bekam nun einen Namen:  AZIZA, (die wertvolle)

Auch von hinten war sie schön.

 

Es war nur eine Übungsaufgabe.

Im Senegal wird zwar auch mit Holz gearbeitet, doch die Konstrukion unterscheidet sich erheblich.